Stücklisten bis Wareneingang: Myfactory im Live-Einsatz – Digital Xperts vor Ort bei xpress seals

Wir (Christine Finckh und Helge Ravenschlag) waren zu Besuch bei xpress seals in Wedel. Xpress seals ist ein langjähriger Kunde von FIRASIS, der spezielle Dichtungen – auf Wunsch auch nach Sonderabmessungen und individuellen Anforderungen– für den Bereich der Pneumatik- und Hydrauliksdichtungstechnik anfertigt. Mit über 25 Jahren Erfahrung steht das Unternehmen für Qualität und Fachwissen.
Dabei zeichnet sich das Unternehmen durch seine Schnelligkeit aus: Schon innerhalb von 24h wird das fertige Produkt geliefert. Damit das funktioniert, müssen alle Prozesse reibungslos ineinandergreifen. Jeder Schritt muss sitzen. Es ist keine Zeit für ein ERP-System, das nicht richtig funktioniert. Das System muss mithalten können!
Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten
Redaktionelle Unterstützung: Annika Ravenschlag
Vorbereitung der Produktion in Myfactory
Das übergeordnete Ziel war die Vorbereitung der Einführung des Produktionstools von Myfactory. Myfactory ist ein modular aufgebautes ERP-System, das sich sehr genau an die Anforderungen eines Unternehmens anpassen lässt. Module wie Lager, Verkauf, Vertrieb, Marketing und Produktion können je nach Bedarf des Unternehmens ausgewählt werden. Wer wächst, kann Funktionen Schritt für Schritt ergänzen.
Dieser modulare Ansatz hat gleich mehrere Vorteile:
Die Mitarbeitenden werden nicht überfordert, neue Funktionen kommen genau dann dazu, wenn sie gebraucht werden, und das ERP-System sowie die Prozesse passen sich dem Unternehmen an und nicht umgekehrt.
Xpress seals arbeitet bereits seit einiger Zeit mit Myfactory. So wird u.a. schon mit dem Lagermodul gearbeitet. In Zukunft soll jedoch auch die Produktion vollständig im ERP‑System abgebildet werden. Um das sauber vorzubereiten, haben wir uns an zwei Terminen intensiv im Rahmen von Workshops mit den Abläufen beschäftigt.
Workshop statt Frontalpräsentation
Vor Ort waren wir an zwei Terminen je zwei Tage, um Workshops durchzuführen. Im Mittelpunkt stand das gemeinsame Diskutieren, Abwägen von Argumenten und Entscheiden.
Als digitalXperts haben wir wertvolles Fachwissen zu Myfactory und digitalen Prozessen:
Was ist technisch möglich? Welche Wege bietet das System? Welche Ansätze haben sich in anderen Projekten bewährt?
xpress seals dagegen sind die Expertinnen und Experten für ihre Produkte, Abläufe und Anforderungen. Genau diese Kombination macht den Unterschied. Unsere Aufgabe ist es zu zeigen, was geht und einzuschätzen, welcher Weg aus unserer Sicht der einfachste ist und welche Vor‑ und Nachteile die einzelnen Optionen haben. Die Entscheidung, was davon am besten zur eigenen Arbeitsweise passt, liegt beim Kunden.
Daher ist das gemeinsame Arbeiten und der Besuch von FIRASIS bei xpress seals so wichtig. Gemeinsam entstand Schritt für Schritt eine gemeinsame Startstrategie.
Kommissionierung für die Produktion in Myfactory
Ein konkretes Thema war die Kommissionierung für die Produktion in der Myfactory.
Aktuell erhalten Mitarbeitende für jeden Produktionsauftrag eine eigene Liste mit den benötigten Komponenten. Bei zwölf Produktionsaufträgen an einem Tag bedeutet das: zwölf einzelne Listen, viele Wege im Lager, viel Zeitaufwand.
Die neue Lösung ist deutlich einfacher:
Eine Sammelliste für alle Produktionsaufträge des Tages, auf der sämtliche benötigten Komponenten sortiert nach Lager gemeinsam aufgeführt sind. So können Mitarbeitende strukturiert einmal durchs Lager laufen und alle Teile in einem Durchgang mitnehmen.
Die Liste sorgt für bessere Übersicht, spart Wege und Zeit. Sie wurde direkt während unseres Besuchs konfiguriert und stand bereits am nächsten Tag zur Verfügung, sodass gemeinsam erste Tests durchgeführt werden konnten.
Stücklisten: Die Grundlage für saubere Planung
Zu Beginn unserer Zusammenarbeit gab es bei xpress seals keine Stücklisten im ERP-System. Die Zusammensetzung der Produkte war zwar bekannt, aber nicht systematisch dokumentiert. Viel Wissen lag in den Köpfen einzelner Personen, etwa beim Lager- oder Einkaufsleiter. Eine klare Verbindung zwischen Aufträgen und Materialbedarf war nur schwer herzustellen.
Bereits beim ersten Termin haben wir den Mehrwert von Stücklisten gemeinsam besprochen, beim zweiten Treffen wurden sie dann im System eingeführt.
Da Dichtungen immer aus mehreren Komponenten bestehen, kann nun für jede einzelne Dichtung exakt festgehalten werden:
- welche Komponenten und Baugruppen enthalten sind
- in welcher Menge diese benötigt werden
Damit ist erstmals eine saubere und nachvollziehbare Produktstruktur im ERP-System vorhanden.
Produktion mit System in der Myfactory
Die Stücklisten sind direkt in das Produktionstool von Myfactory integriert. Der Ablauf ist dabei klar und automatisiert:
Wird ein Teil produziert, bucht Myfactory die in der Stückliste hinterlegten Komponenten automatisch aus dem Lager aus. Das fertige Produkt wird anschließend dem Lagerbestand hinzugebucht und steht sofort zum Verkauf zur Verfügung. Selbstverständlich können Entnahmen angepasst werden, wenn z.B. eine Komponente nicht verfügbar ist und durch eine andere ersetzt wird.
Das sorgt für korrekte Lagerbestände und eine durchgängige Datenbasis. Zusätzlich bietet das Produktionsplanungstool eine zeitliche Übersicht darüber, wann produziert wird und wann welche Komponenten benötigt werden (siehe Screenshot aus der Produktionsplanung). Diese Transparenz erleichtert die Abstimmung zwischen Produktion, Einkauf und Lager spürbar.
Mehraufwand am Anfang – Entlastung im Alltag
Natürlich bedeutet die Einführung von Stücklisten zunächst mehr Arbeit. Bei der Artikelanlage reicht es nicht mehr aus, einfach nur den Artikel (beispielsweise Kolbendichtung) anzulegen. Stattdessen müssen die Komponenten und Mengen sauber definiert werden. Das kostet zu Beginn Zeit und Sorgfalt.
In der gemeinsamen Diskussion wurde jedoch schnell klar: Dieser Mehraufwand entsteht nur einmal. Was hier bewusst in den Aufbau der Stammdaten investiert wird, zahlt sich im Alltag mehrfach aus. Wiederkehrende Arbeiten werden deutlich erleichtert, der Überblick verbessert sich und viele Fragen beantwortet das System später automatisch.
Gerade mit Blick auf das Wachstum von xpress seals war das Fazit eindeutig: Stücklisten lohnen sich.
Einkauf mit Weitblick: Bestellvorschläge aus Myfactory
Ein effizient gesteuerter Einkauf der Rohmaterialien ist nur mit sauberen Stücklisten möglich. Sobald Aufträge vorliegen, weiß das System:
- welche Produkte werden wann produziert
- welche Komponenten werden für dir Produktion benötigt
- welche Rohstoffe müssen rechtzeitig bestellt werden
Auf dieser Basis erstellt Myfactory automatische Bestellvorschläge. Das System berücksichtigt offene Aufträge, geplante Produktionszeitpunkte, Lagerbestände und Stücklisten. Der Einkauf kann diese Vorschläge prüfen und anschließend per Knopfdruck Bestellungen auslösen.
Das spart Zeit, reduziert Fehler und macht den Einkauf deutlich planbarer.
Wareneingang neu gedacht: Tablet statt Büro
Ein weiteres Thema war der Wareneingang von Rohstoffen.
Früher lief der Prozess so ab: Lieferung annehmen, Lieferpapiere ins Büro bringen und den Wareneingang am Desktop-PC buchen. Scanner wurden zwar bereits genutzt, der eigentliche Wareneingang fand jedoch nicht direkt im Lager statt.
Jetzt erfolgt der Wareneingang direkt am Lager per Tablet. Mitarbeitende gehen mit dem Tablet zur Ware und nicht mehr umgekehrt. Oder wie es vor Ort treffend hieß:
„Jetzt kommt die IT zum Paket – nicht mehr das Paket zur IT.“
Der neue Prozess ist schneller, übersichtlicher und spart Wege. Direkt am Wareneingang können Fotos vom Paket aufgenommen und dem Vorgang zugeordnet werden. Lieferdokumente werden etikettiert, eingescannt und automatisch im Dokumentenmanagementsystem abgelegt. So sind sie jederzeit direkt beim zugehörigen Wareneingang und der Bestellung auffindbar.
Der neue Prozess wurde direkt beim Treffen eingeführt – und noch am selben Nachmittag erstmals produktiv genutzt. Die Begeisterung war spürbar.
Wareneingang direkt im Lager am Tablet
Helge Ravenschlag (FIRASIS)
„Keine Bewegung ohne Piep“ BILD
„In Zukunft im Lager keine Bewegung ohne Piep.“ Dieser Satz wurde während des Workshops oft wiederholt.
Gemeint ist damit konsequentes Scannen. Jeder Artikel, selbst der kleinste O-Ring, wird gescannt, sobald er bewegt oder verwendet wird. Nur so lassen sich korrekte Bestände sicherstellen und rechtzeitig nachbestellen. Die passenden Etiketten dafür sind bereits vorbereitet, das Belegdesign umgesetzt. Damit sind die nächsten Schritte klar vorbereitet.
Zwischen Brötchen und Elbblick
Natürlich blieb zwischendurch auch Zeit für Pausen. Im Aufenthaltsraum mit Blick auf die Elbe wurde bei Brötchen weiter gefachsimpelt, diskutiert und reflektiert. Manchmal hilft genau dieser Abstand, um Inhalte sacken zu lassen und neue Perspektiven zu gewinnen.
Schritt für Schritt zur Produktion
Die Einführung eines Produktionstools ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Eine zentrale Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz sind sauber gepflegte Stammdaten.
Im laufenden Betrieb zeigte sich, dass die Stammdatenpflege bei der aktuell sehr hohen Auftragslage nicht in der benötigten Tiefe neben dem Tagesgeschäft geleistet werden kann. Statt das Produktionstool unter diesen Voraussetzungen weiterlaufen zu lassen, wurde daher bewusst entschieden, das Produktionsmodul zunächst zu deaktivieren. In der Zwischenzeit werden die Stücklisten gezielt überarbeitet und weiter verbessert, um eine stabile und belastbare Grundlage für die Produktion zu schaffen. So kann das Modul zu einem späteren Zeitpunkt problemlos reaktiviert werden.
Als nächste Schritte stehen zudem weitere Produktionseinstellungen, die stärkere Einbindung des Vertriebs sowie das Zusammenspiel mit dem Dokumentenmanagementsystem an.
Myfactory wächst dabei Schritt für Schritt gemeinsam mit xpress seals mit.
Vielen Dank an xpress seals für die Einladung und Ihren/Euren Einsatz, der den gelungenen Workshop möglich gemacht hat. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.
Sie wollen ihr Unternehmen ebenfalls digitalisieren und von den vielen Vorteilen der Prozessoptimierung profitieren? Dann vereinbaren Sie gerne ein kostenloses Erstgespräch! Wir freuen uns auf neue zukunftsorientierte Kunden mit Lust auf Veränderung!

Helge Ravenschlag
Geschäftsführer von FIRASIS
Helge Ravenschlag unterstützt mittelständische Unternehmen bei der Digitalisierung ihrer Prozesse. Dabei bringt er über 25 Jahre Projekterfahrung in den Bereichen IT-Infrastruktur, Consulting und Systemintegration mit. Besonderen Wert legt er auf reibungslose Abläufe und eine hohe Akzeptanz im Team. In seiner Freizeit ist er gerne sportlich in der Natur aktiv.
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